|
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Sieg für Uwe Alzen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Monza Der 12. und letzte Lauf in dieser Saison fand für den Porsche-Michelin-Supercup auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Monza im königlichen Park statt. Beim Finale ging es noch um die Vizemeisterschaft, stand doch bereits seit dem zehnten Lauf auf dem Hockenheimring mit Richard Westbrook der Champion fest. Richard Lietz reiste als Favorit auf den Vize-Titel nach Italien aber auch Patrick Huisman und Uwe Alzen haben noch Chancen. ![]() Als Gaststarter sitzt am kommenden Wochenende der ehemalige Formel 1-Fahrer Arturo Merzario (Italien) am Steuer eines Porsche 911 GT3 Cup. Der 63-jährige Italiener nimmt auf Einladung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart, in dem 400 PS starken Rennsportwagen Platz. Zwischen 1972 und 1979 nahm Merzario unter anderem für Ferrari und Williams-Ford an insgesamt 57 Grands Prix teil. Unvergessen bleibt sein Einsatz beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring am 1. August 1976, als er Niki Lauda (Österreich) aus seinem brennenden Fahrzeug rettete. In Monza, drei Rennen nach dem Unfall, fuhr Lauda wieder um Punkte. 30 Jahre danach steuert sein Lebensretter Merzario den VIP-Elfer mit der Startnummer 88 um den Grand Prix-Kurs nordöstlich von Mailand. ![]() Im freien Training am Freitag fuhr Patrick Huisman mit einer Zeit von 1:53.093 die schnellste Runde auf dem 5,793 Kilometer langen Kurs im königkichen Park von Monza. Auf Rang zwei lag Uwe Alzen, gefolgt von Richard Westbrook und dem UPS-Porsche-Junior-Piloten Lance David Arnold aus Duisburg. Richard Lietz lag zunächst nur auf fünf. Arturo Merzario auf dem VIP-Porsche belegte mit einer Zeit von 1:54.497 den dreizehnten Platz. ![]() Richard Lietz stellte beim Qualifikationstraining am Samstag seinen Rennsportwagen in neuer Bestzeit auf den ersten Startplatz. Der 22-jährige Österreicher umrundete den Grand Prix-Strecke von Monza in einer Zeit von 1:51,660 Minuten. Lietz war damit um mehr als 1,7 Sekunden schneller als der Trainingsbeste aus dem vergangenen Jahr. Seine Zeit entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 186,770 km/h und markiert gleichzeitig einen neuen Geschwindigkeitsrekord im schnellsten internationalen Markenpokal: nie zuvor wurde in der seit 1993 ausgetragenen Rennserie ein derart hoher Rundenschnitt erreicht. ![]() Mit einem Rückstand von lediglich sechs Zehntelsekunden musste sich Uwe Alzen bei der Zeitenjagd seinem österreichischen Konkurrenten geschlagen geben. Für die zweite Startreihe qualifizierten sich der neue Supercup-Champion Richard Westbrook und der Meister des Vorjahres Alessandro Zampedri. Auf dem fünften Startplatz standt Patrick Huisman neben Christian Menzel, der die sechstbeste Zeit fuhr. Arturo Merzario, der am Saisonfinale des 14. Porsche-Michelin-Supercup teilnahm, sicherte sich mit seinem 400 PS starken VIP-Fahrzeug Startplatz 15. Der 63-jährige ehemalige Formel 1-Fahrer benötigte für den Hochgeschwindigkeitskurs 1:53,248 Minuten und lag damit nur 1,588 Sekunden hinter dem Schnellsten des Qualifikationstrainings. ![]() Richard Lietz, tolimit Motorsport (Startplatz eins): "Die vierte Pole Position der Saison – das ist einfach toll. Das Fahrzeug war optimal auf die schnelle Strecke vorbereitet. In Bezug auf den Kampf um die Vize-Meisterschaft hätte ich mir jedoch gewünscht, dass Uwe nicht neben mir startet, sondern mindestens eine Reihe dahinter. Für das Rennen bin ich sehr optimistisch. Ich hatte bereits zwei Start-Ziel-Siege feiern können. Der dritte wäre einfach fantastisch." Uwe Alzen, PZ Koblenz - Team SPS (Startplatz zwei): "Es war wieder ein sehr gutes Qualifying für mich. Mit Platz zwei bin ich wirklich zufrieden. Unsere Strategie, gleich am Anfang Gas zu geben, ging voll auf. Wir haben heute lediglich einen Reifensatz eingesetzt und somit einen komplett neuen Satz für das Rennen. Ich denke, dass meine Chancen, hier zu gewinnen, sehr gut sind." Lance David Arnold, UPS-Porsche-Junior Team (Startplatz neun): "Mit dem neunten Startplatz bin ich nicht zufrieden. Wir haben wohl zeitlich gesehen einen riesigen Schritt gemacht, aber die anderen auch. Mit fehlt ein zehntel und das ist Fakt. Ich ärgere mich selbst, denn ich habe den 1. Satz nicht umgesetzt bei dem Gummi auf der Strecke und in der Lesmo hatte ich einen kleinen Fehler, der größeres kaputt gemacht hat." ![]() Richard Westbrook, Racing Team Morellato PZ Essen (Startplatz drei): "Mit dem Ergebnis bin ich überhaupt nicht zufrieden. Das Auto war perfekt und Platz drei klingt nicht so schlecht. Aber der Abstand zu Richard und Uwe ist einfach zu groß. Auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken sind sie mir jedes Mal überlegen. Das Minimal-Ziel für morgen lautet, auf das Podium zu fahren. Mein eigener Wunsch ist ein Sieg zum Saisonabschluss." Arturo Merzario, Porsche AG (Startplatz fünfzehn): "Der Porsche war einfach fantastisch. Mit meiner eigenen fahrerischen Leistung bin ich aber eher unzufrieden. Ich habe es sehr genossen, den Elfer über den Grand Prix-Kurs zu steuern. Für morgen werden wir noch ein paar Änderungen am Fahrzeug vornehmen. Dann werden wir sehen. Für das Rennen bin ich zuversichtlich, dass es viel besser laufen wird." ![]() Der Start zum letzten Rennen in dieser Saison verlief für den Polesetter Richard Lietz recht bescheiden aus. Würgte er doch bei Grün den Porsche ab und kam nur als zehnter weg. Zum Glück touchierte kein andere den tolimit Piloten. Die Führung übernahm Uwe Alzen gefolgt von Zamperdri und Huismann, der Westbrook in der ersten Schikane kassiert. Westbrook holte sich den dritten Platz in der Zweiten Runde vom Holländer zurück und kassiert wenig später auch Zampedri. Dagegen parkte Marc Benz seinen Porsche auf dem Grünstreifen. Lance David Arnold fing sich einen Bremsplatten ein und musste nun erheblich früher bremsen als seine Mitstreiter. In der dritten Runde hatte Uwe Alzen seine Führung auf 2,5 Sekunden ausgebaut. Dahinter entwickelt sich ein spannendes Windschattenduell um die zweite Position zwischen Westbrook, Zampedri und Huismann. Ralf Kalaschek steuert mit einem Problem die Box an, nahm das Rennen aber wieder auf. ![]() Mit deutlich schnelleren Rundenzeiten, die stellenweise eine Sekunde unter den Fahrzeiten der Konkurrenz liegt, setzen sich Alzen und Westbrook von ihren Verfolgern ab. Mal kommt Westbrook auf, dann legt Alzen wieder nach – der Rest des Feldes war gegen die Beiden chancenlos. Zampedri und Huismann folgten auf den Plätzen drei und vier vor Christian Menzel, Jeroen Bleekemolen, Jan Seyffarth und dem mit Wut im Bauch nach vorne stürmenden Richard Lietz. Der Österreicher rang zuerst Seyffarth nieder und fuhr dann rasend schnell auf Bleekemolen und Menzel zu. ![]() Zur Rennhalbzeit hat der Holländer Jeroen Bleekemolen in seinem erst vierten Porsche-Rennen Menzel geknackt und zog vorbei auf Platz fünf. Kurze Zeit später passierte auch Richard Lietz seinen Teamkollegen Christian Menzel. Drei Runden vor Schluß zeigten dann die Lechner-Teamkollegen Alessandro Zampedri und Patrick Huisman auf den Plätzen drei und vier erst einen sehenswerten Zweikampf und dann den Albtraum eines jeden Teamchefs. Fast zehn Sekunden fuhren sich dicht an dicht nebeneinander her, bevor beim Anbremsen die Autos kollidieren. Huisman konnte weiterfahren, Zampedri grub sich im Kiesbett ein und musste aufgeben. Richard Lietz setzte in den letzten Runden nochmals Jeroen Bleekemolen, der auf Platz vier lag, unter Druck, konnten ihn aber nicht mehr passieren. ![]() Mit dem Sieg von Uwe Alzen im 12. Lauf des Jahres in Monza verabschiedet sich der Porsche Michelin Supercup aus seiner 14. Saison. Meister Westbrook fuhr auf Platz zwei und stand damit in allen Rennen auf dem Podium. Richard Lietz ist trotz Startdebakel Vizemeister. Der tolimit-Pilot startet nach seinem Fauxpas eine sehenswerte Aufholjagd, wurde noch Fünfter und kassiert hinter Gaststarter Jeroen Bleekemolen die Punkte für Rang vier. Das Racing Team Morellato/PZ Essen holt nach der Fahrerwertung auch die Teammeisterschaft. ![]() Uwe Alzen, PZ Koblenz - Team SPS (Sieger): "Ein phantastisches Rennen als Schlusspunkt einer tollen Saison mit einem neuen und erfolgreichen Team, das Teambesitzer Stephan Sohn perfekt von Null auf Hundert gebracht hat. Wir haben unseren Vertrag verlängert und werden nächstes weiter zusammen Motorsport machen; nur was – ob Supercup oder eine andere Serie – steht heute noch nicht fest." Richard Westbrook, Racing Team Morellato PZ Essen (Zweiter): "Was für ein schönes Rennen mit tollen Überholmanövern. Kein Kratzer am Auto bei einem solch spannenden Rennen, das kann sich sehen lassen. Das war heute der Dank von uns Fahrern an eine tolles Team. Diese Meisterschaft ist für die Jungs – sie haben sie verdient." Patrick Huisman, Lechner Racing School Team (Dritter): "Wir waren sehr dicht zusammen und ich hatte mir Alex zurecht gelegt, um vorbeizugehen. "Ich weiß nicht genau was passiert ist und warum wir uns berührt haben." Richard Lietz, tolimit Motorsport (Fünfter): "Der verhauene Start ist ganz klar mein Fehler. Wir hatten vor dem Rennen eine neue Kupplung eingebaut, außerdem stand ich sehr lange auf meinem Startplatz. Die aus der Einführungsrunde aufgeheizten Reifen haben da wohl einen richtigen Klebeffekt aufgebaut und all das hat dazu geführt, dass ich das Auto klassisch abgewürgt habe." ![]() Lance David Arnold, UPS-Porsche-Junior Team (Neunter): "Am Schluss P 9, wie beim Start. Damit bin ich nicht zufrieden. In der zweiten Runde habe ich mir einen Bremsplatten eingefahren, ich glaube den schlimmsten in der Saison. Danach hatte ich mächtig zu kämpfen und habe die Bremsbalance nach hinten verlegt. Dadurch musste ich bei den Bremspunkten rund 50 Meter früher bremsen. Dennoch war ich nicht viel langsamer aber mit der Bremsplatte habe ich mir viel kaputt gemacht." Alessandro Zampedri, Lechner Racing School Team (Ausfal): "Was soll ich sagen, wenn ich zwei Runden vor Schluß von meinem Teamkollegen rausgehauen werde. Da gibt’s nichts zu sagen, außer das es nicht korrekt war und das Patrick dafür eigentlich bestraft werden müßte." Bis mindestens 16. Oktober 2006 sind Fahrer- und Teamwertung des Porsche Michelin Supercup allerdings noch inoffiziell. Erst an diesem Tag wird der französische Automobilverband (FFSA) über die Berufung im Fall Uwe Alzen/Magny Cours entscheiden. Bei einem Ausgang zugunsten von Uwe Alzen, wäre er Vizemeister. ![]()
|
| ||||||||||||||||||||||||||||||