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Pole-Position für Vincent Radermecker Doppelsieg für Franz Engstler Ihren zehnten und elften Lauf nahmen die Fahrer der Procar Division 1 ihm Rahmen der BERU Top 10 vom 15. bis 16. Juli im niederländischen Assen unter die Räder. Das war in dieser Saison das erste Mal das sie ins Ausland reisten. Auf dem zwischen Groningen und Emmen gelegenen Motorradkurs, der seit letztem Jahr auf 4,555 Kilometer Länge umgebaut wurde, würde es wieder hoch her gehen. Denn seit dem letzten Lauf auf dem Nürburgring, der Nordschleife, hatte sich der Belgier Vincent Radermecker mit seinem Chevrolet Lacetti vor den amtierenden Meister Matthias Schläppi mit seinem Toyota Corolla T-Sport schieben können. Diese beiden trennen zur Zeit nur zwei Punkte in der Meisterschaft. Durch die neue Streckenvariante können die Teams nur teilweise ihre Daten vom Vorjahr verwenden. ![]() Vincent Radermecker: "Die Nordschleife war eine Riesen-Herausforderung, und ich bin glücklich, dass es so gut lief. Unser Plan, dort möglichst viele Punkte zu machen, ging voll auf. Wir haben keine größeren Umbauten am Lacetti gemacht. Einzig die Bremsbeläge wurden modifiziert. Wir haben zurück auf die Spezifikation gewechselt, die wir schon zu Saisonbeginn verwendet haben. Nach dem Rennen in Assen gibt es nur noch vier Läufe - allmählich beginnt also der Endspurt. Jetzt muss alles passen: Ein kleiner Defekt, ein Lauf ohne Punkte - das kann jetzt die Meisterschaft kosten. Gerade der umgebaute Kurs in den Niederlanden kann jetzt Überraschungen bringen. Es wird anspruchsvoll, ein gutes Set-up zu finden. Durch den Umbau sind die Daten aus dem Vorjahr nur eingeschränkt brauchbar. Uns bleibt also nur die ohne hin knappe Trainingszeit." ![]() Matthias Schläppi: "Ich freue mich einerseits auf die Herausforderung. Es macht Spaß, eine Strecke neu kennen zu lernen. Doch im Vorteil sind wohl die Chevrolets: Sie haben eine bessere Aerodynamik und für uns gilt es vor allem, den Abstand vor den finalen Rennen nicht zu groß werden zu lassen. Aber natürlich ist vieles möglich. Zwei Punkte Unterschied sind wirklich nicht die Welt - es wird ein spannendes Wochenende. Ich konnte mir bisher nur im Internet die Strceke anschauen, was sich geändert hat. Mein Eindruck ist aber, dass es nun zwei recht unterschiedliche Streckenteile gibt. Der neue Abschnitt scheint mir ähnlich kurvig wie der Kurs in Oschersleben zu sein. Der Rest ist die bekannte, schnelle Motorradstrecke. Alles in allem: Es sieht interessant aus." ![]() Auch die anderen Piloten wollen wenigsten ihre Einzelerfolge in dieser Saison weiter verbessern. Dazu zählen z.B. Philipp Geipel, der zur Zeit in der Meisterschaft an dritter Stelle liegt und auch Rainer Bastuck, die beiden Teamkollegen des Führenden. Seinen fünften Tabellenrang will der Russe Rustem Teregulov, der nach einer berufsbedingten Pause nun wieder am Geschehen teil nimmt, gegenüber dem Schweizer Peter Rikli verteidigen. ![]() In der Division 1 müssen im niederländischen Assen insgesamt vier Piloten und zwar Rainer Bastuck, Philipp Geipel, Vincent Radermecker und Matthias Schläppi mit einem Zusatzgewicht von insgesmt 60 Kilogramm kämpfen. Franz Engstler hingegen erhält nur 30 Kilogramm Zusatzgewicht. ![]() Nach den Test und Einstellfahrten am Freitag Abend gingen die Fahrer am Samstag Mittag zum zweiten Mal bei sehr warmen Wetter hinaus auf die Strecke, nun stand das freie Training auf dem Programm. Zunächst welchselten die Positionen an der Spitze. Am Schluss hatte sich Franz Engstler (Engstler Motorsport), er fährt für den Russen Rustem Teregulov, gegenüber seinen Konkurrenten durchsetzen können und fuhr mit 1:51.151 Minuten die schnellste Zeit, gefolgt von dem Belgier Vincent Radermecker (Maurer Motorsport) und Philipp Geipel (TFS-YACO-Racing). Rainer Bastuck nahm Rang vier ein. ![]() Das entscheidende Zeittraining nahmen die sechs Piloten am Sonntag Morgen bei sehr gutem Wetter in Angriff. Gegenüber dem Vortag konnten Zeitverbesserungen erreicht werden. Diesmal setzte sich der Belgier Vincent Radermecker gegenüber seinen Konkurrenten durch und fuhr insgesamt nur vier Runden und holte sich mit einer Zeit von 1:49.404 Minuten Startplatz eins. Rang zwei und drei nahmen Franz Engstler und Philipp Geipel ein. Matthias Schläppi hatte mit Problemen zu kämpfen, denn er fuhr nur drei Runden und hatte sich mit einer Zeit von 2:02.513 Minuten nicht qualifiziert. ![]() Der zehnte Lauf fand am Sonntag Mittag bei herrlichem Sommerwetter statt. Beim Ausschalten der Startampel funktionierte dieser ohne Probleme und der Pole-Setter konnte seine Platzierung nicht behaupten, denn Franz Engstler war vor der ersten Kurve an ihm vorbeigezogen und führte nun das Feld an. Philipp Geipel hatte beim Start etwas Probleme, denn er kam nur sehr schleppend weg. Plötzlich schoss er dann nach rechts rüber und hätte dabei noch Autos aus der Division zwei getroffen. Danach wurde er dann wieder in die Boxengasse zurück geschoben. Nach der ersten Runde führte Franz Engstler mit einem Vorsprung von 1,1 Sekunden vor Vincent Radermecker und Rainer Bastuck. ![]() Nach der zweiten Runde rollte Rainer Bastuck mit einem beschädigten und qualmenden Auto aus. Unterdessen war Matthias Schläppi auf Platz drei vorgefahren. Runde um Runde schrumpfte nun der Vorsprung von Franz Engstler auf Vincent Radermecker. Matthias Schläppi hatte auf den Führenden einen Abstand von 11,5 Sekunden. Nach fünf gefahrenen Runden konnte Matthias Schläppi das Tempo des Führenden nicht mehr mitgehen, denn der Abstand war wieder größer geworden. Hingegen kam der Belgier immer näher an Franz Engstler heran. In der Endphase hatte Franz Engstler wieder ein paar Kohlen zugelegt, denn er war dem Belgier mit 3,3 Sekunden auf und davon gefahren. Sieger nach elf Runden wurde Franz Engstler mit einem Vorsprung von 4,3 Sekunden vor Vincent Radermecker und Matthias Schläppi. ![]() Nach einer Reparaturpause von 20 Minuten ging es dann zum zweiten Lauf an diesem Wochenende wieder von vorne los. Philipp Geipel und Rainer Bastuck waren diesmal wieder mit von der Partie, müssen aber von ganz hinten starten, genauso wie Matthias Schläppi im ersten Lauf. Auch dieser Start klappte ohne großes Aufsehen und der Pole-Setter kam wiederum am besten weg und führte das Feld in die erste Kurve hinein. Einen nicht so guten Start hatte Vincent Radermecker. Der Führende hatte sich gleich mit ungefähr 50 Meter absetzen können. Nach der ersten Runde führte dieser bereits mit 1,7 Sekunden, gefolgt von Vincent Radermecker und Matthias Schläppi. Philipp Geipel hatte sich schon bis auf Rang neun vorgefahren. ![]() Runde um Runde baute der Führende Franz Engstler nun seinen Vorsprung weiter aus. Nach zwei Runden hatte Philipp Geipel sich schon wieder in die Division eins gefahren und lag auf Rang fünf. Rainer Bastuck hing noch auf Rang neun in der zweiten Division fest. Die Piloten in der Division eins fuhren alle ein einsames Rennen für sich, denn sie hatten nach vorne und hinten immer genug Luft. Zwischenzeitlich hatte auch Rainer Bastuck sich in die Division eins gefahren und lag auf Rang sechs. ![]() Nach sieben gefahrenen Runden wurde Philipp Geipel langsamer, anscheinend fingen nun die Reifen an abzubauen. Hingegen wurde der Schweizer Peter Rikli auf Rang vier immer schneller. Von alle dem bekam der Führende nichts mit, denn er hatte sich bei noch vier Minuten verbleibender Zeit mit 6,7 Sekunden auf und davon gemacht. Nach neun Runden wurde Rainer Bastuck immer langsamer und fiel weit zurück. Sieger nach elf Runden wurde wiederum Franz Engstler, der sich damit einen Doppelsieg holte, gefolgt von Vincent Radermecker und Matthias Schläppi. Peter Rikli und Philipp Geipel wurden als Vierter und Fünfter abgewunken. ![]() In der Meisterschaft führt Vincent Radermecker mit 82 Punkten vor Matthias Schläppi mit 76 und Philipp Geipel mit 57 Punkten. Franz Engstler: "Ich habe einen perfekten Start und ein perfektes Auto gehabt. Damit konnte ich umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte: Vom Start ab vorneweg fahren." Vincent Radermecker: "Ich bin beide Rennen mit Blick auf den Meisterschaftsstand gefahren. Solch eine kontrollierte Fahrt ist vielleicht nicht der Traum eines Rennfahrers. Doch gegen Franz, der in der Titelvergabe keine Rolle spielt, hätte ich mir keinen Angriff erlauben können. Denn neben der Ideallinie war die Strecke voller feinem Sand. Wer den aufsammelte, konnte sich das Überholen für mindestens zwei Kurven abschminken." Matthias Schläppi: "Ich hatte einen Blitzstart nach den Problemen im Training und konnte gleich Boden gutmachen. Wir haben den Motor mit einer Notlösung zum Laufen bekommen. Die Pace an der Spitze konnte ich damit zwar nicht mitgehen, aber es reichte für zwei dritte Plätze. So bin ich noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen." ![]() Tabellen:
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