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Drei Nationen auf dem Treppchen Uwe Alzen holt volle Punktzahl Nach einem Jahr Pause bestreiten die Piloten des Porsche Carrera Cup Deutschland ihren sechsten Lauf im niederländischen Badeort Zandvoort und nehmen das letzte Saisondrittel in Angriff. Als Tabellenführen reist Dirk Werner an die Nordseeküste und mit seinem zweiten Saisonsieg am Nürburgring konnte er sich deutlich vom Feld absetzen. Mit 31 Punkten Rückstand kommt Uwe Alzen (Betzdorf) als Werners härtester Verfolger nach Zandvoort. Der 39jährige kehrte 2006 in den Carrera Cup Deutschland zurück, den er 1992 vor seinem Wechsel in die DTM gewonnen hatte. Alzen erlebt ein turbulentes Comeback. Seinen Siegen auf dem Hockenheimring und in Oschersleben steht ein Ausfall auf dem Eurospeedway und ein 13. Platz am Norisring gegenüber. Vor zwei Wochen auf dem Nürburgring wurde der Altmeister als Zweiter abgewunken. ![]() Vier amtierende oder ehemalige Meister der Porsche-Markenpokale verstärken das mit 30 Porsche größte Starterfeld des Wochenendes. Neben Uwe Alzen (1992) rollt Christian Menzel als der amtierende Meister des Carrera Cup Deutschland an den Start. Richard Westbrook aus London fährt den Porsche mit der Startnummer 3. Westbrook sicherte sich im Porsche-Michelin-Supercup Ende Juli vor Saisonende den Meistertitel 2006. Der 31jährige Profi gilt nach seinem jüngsten Erfolg sowie nach einem Gesamtsieg (2004) und drei Vizemeisterschaften im Carrera Cup Great Britain als exzellenter 911-Spezialist. Westbrook bestreitet als Gastfahrer die verbleibenden Rennen des Jahres. Sein erster Auftritt im Carrera Cup Deutschland endete vor zwei Wochen auf dem Siegerpodest: Platz drei. ![]() Auch Patrick Huisman fährt in Zandvoort nicht um Punkte, sondern um Prestige. Der vierfache Meister des Porsche-Michelin-Supercup – mit 23 Erfolgen zugleich Rekordsieger in dem internationalen Markenpokal – ist für das niederländische Harders Plaza Racing Team dabei. Unter der Bewerbung von St. International Autosport Promotion sind zwei weitere Lokalmatadore mit von der Partie. Ex Formel 1-Fahrer Michael Bleekemolen und sein Sohn Jeroen steuern die Porsche mit den Startnummern 32 und 33. ![]() Chris Mamerow: "Zandvoort ist meine Lieblingsstrecke: Der Kurs ist fast eine kleine Nordschleifen-Kopie mit teilweise welligen Stellen, zwei leicht überhöhten Kurven und sehr schnellen Mut-Passagen – die ganze Kombination ist eine echte Herausforderung und macht richtig Spaß. Ein Faktor ist immer der raue Belag, der zu einer hohen Reifenbelastung führt. Da ist es besonders wichtig, in den Trainingssitzungen ein gutes Set-up herauszuarbeiten." ![]() Am ersten freien Training nahmen insgesamt 33 Piloten am frühen Freitag Morgen bei trockenem Wetter teil. Mit dreizehn absolvierten Runden und einer Zeit von 1:44.613 Minuten setzte sich der UPS-Porsche Junior Jan Seyffarth in Szene, gefolgt von Dirk Werner (Farnbacher Racing PZ Nürnberg-Fürth-Erlangen) und dem Briten Richard Westbrook vom EMC Buchbinder ARAXA Racing Team. Lance David Arnold, der Teamkollege von Jan Seyffarth musste sich zunächst einmal mit Rang neun zufrieden geben. Die vier Piloten aus den Niederlangen Jeroen Bleekemolen, Patrick Huisman, Robert van der Berg (Harders Plaza Racing) und Michael Bleekemolen nahmen die Ränge fünf, zwölf, vierzehn und 17 ein. ![]() Als am Freitag Nachmittag die Fahrer ihr zweites freies Training in Angriff nahmen, schien die Sonne und es war auch etwas wärmer geworden, somit konnten nun auch schnellere Zeiten gegenüber morgens gefahren werden. Zunächst einmal wechselten an der Spitze die Führungspositionen des öfteren. In der Endphase hatte sich dann Jeroen Bleekemolen durchsetzen können und fuhr mit 1:44.268 Minuten die schnellste Zeit, gefolgt von Richard Westbrook und Richard Lietz (Tolimit). Zu dieser Zeit lagen die UPS-Porsche Junior Piloten Lance David Arnold und Jan Seyffarth auf den Rängen zwölf und 15. Zwischenzeitlich wurde draußen an der Strecke "Gelb" geschwenkt, so dass nun kaum schnellere Zeiten zustande kamen. ![]() Diese Sitzung wurde dann auch unter "Gelb" beendet. Es hatte Niemand Zeit, die Trainigszeiteit des Niederländers toppen zu können. Auch Rang zwei und drei wurden von dem Briten und Österreicher behauptet. Hingegen hatte sich Jan Seyffarth verbessern können und wurde auf Platz elf gewertet. Sein Teamkollege hingegen musste sich nun mit dem dreizehnten Platz zufrieden geben. Patrick Huisman und Michael Bleekemolen konnten sich verbessern. Sie fuhren auf die Ränge sechs und vierzehn. Nach dem Training durfte sich Michael Bleekemolen bei der Rennleitung einfinden und einen Obeluss von 2.800 Euro entrichten, da er in der zuvor absolvierten Trainingssitzung vier Mal zu schnell in der Boxengasse unterwegs war. ![]() Zum Qualifying machten sich die Piloten am Samstag Nachmittag von 14.50 Uhr bis 15.20 Uhr bereit. Zunächst einmal wechselten an der Spitze die Führungspositionen. Als dann nur noch fünf Minuten auf der Uhr standen, fing es an zu regnen. In diesem Moment hatte sich Matthias Weiland (Vertu-Racing) im Kiesbett festgefahren. Auf Rang eins hatte sich der Österreicher Richard Lietz (Tolimit) mit einer Zeit von 1:43.058 Minuten gestellt, gefolgt von Richard Westbrook und Chris Mamerow. Am Ende hatte Niemand die Zeit von Richard Lietz unterbieten können, damit wird er am Sonntag von der Pole-Position aus starten. Lance David Arnold und Jan Seyffarth nahmen die Startplätze fünf und neun ein. Jeroen Bleekemolen und sein Vater Michael Bleekemolen werden das Rennen von den Rängen vier und dreizehn aus aufnehmen. ![]() Richard Lietz (Startplatz eins): "Mein Auto ist offensichtlich gut. Meine Runde war maximal. Ich bin froh, auf einer Mutstrecke wie Zandvoort meine erste Pole im Carrera Cup geholt zu haben. Aber ich weiss, dass Richard hier im Gegensatz zu mir einen Regentest absolviert hat. Was die Meisterschaft angeht, so mache ich mir als Tabellenvierter keine Hoffnungen mehr. Aber ein Sieg hier in Zandvoort wäre super." Richard Westbrook (Startplatz zwei): "Ich war zum letzten Mal 1994 hier und entsprechend neugierig, wie Zandvoort wohl heutzutage aussieht. Es ist noch immer ein sehr anspruchsvoller Kurs, der viel Spaß macht - aber keinen Fehler verzeiht. Wir haben mit unserem Team in den zwei Wochen seit dem Nürburgring schon wieder große Fortschritte gemacht." Chris Mamerow (Startplatz drei): "Seit dem dritten Lauf auf dem Norisirng sind wir bei der Musik. So hatten wir uns das in unserem Team vorgestellt, denn bei den ersten Rennen des Jahres mussten wir unseren Erfahrungsrückstand mit dem neuen 911 GT3 Cup gegenüber anderen Teams abarbeiten. Für morgen habe ich meine Reifen angefahren, aber geschont. Denn ich denke, wenn das Wetter wechselhaft wird und Mischbedingungen herrschen, ist ein angefahrener Reifen besser als ein brandneuer." ![]() Bei ihrem sechsten Lauf am Sonntag Vormittag hatten die Fahrer mit ganz anderen Witterungsbedingungen zu tun als an den Tagen zuvor. Denn es hatte zuvor heftigst geregnet und die Strecke war nass. Beim Ausschalten der Startampel ging alles gut und der Österreicher konnte seine Platzierung behaupten und führte das weit gefächerte Feld in die Tarzanbocht hinein. Hier kamen die 33 Fahrer alle sehr diszipliniert hindurch. Überall im Feld wurden schon harte aber faire Zweikämpfe ausgetragen. Der Pole-Setter konnte sich direkt mit einigen Wagenlängen absetzen. Einen sehr guten Start hatte auch Jeroen Bleekemolen. Nach der ersten Runde führte Richard Lietz mit 0,8 Sekunden vor Richard Westbrook und Jeroen Bleekemolen. In der zweiten Runde erhielt Robert van den Berg von der Rennleitung eine Durchfahrtsstrafe wegen Herausfahrens aus der Boxengasse bei Rot. Diese Strafe bekam auch der Amerikaner Ian Bass. Dieser hatte sich zwischenzeitlich in der Tarzanbocht herausgedreht. ![]() Von einem Dreher war auch Patrick Huisman nicht verschont geblieben. Unterdessen fuhr Christian Menzel ein fantastisches Rennen. Er war von Rang zwölf gekommen und hatte in der dritten Runde Lance David Arnold außen in der Tarzanbocht niedergerungen und nahm nun Rang sieben ein. Jetzt hatte er Uwe Alzen vor sich. Lance David Arnold hatte zu dieser Zeit drei Plätze verloren. In der vierten Runde waren sich Martin Brückl und Robert van den Berg nicht ganz einig, mit der Folge, das beide etwas den Lack austauschten. Im Bereich der Tarzanbocht rutschte in diesem Moment Michael Bleekemolen, der Vater von Jeroen etwas raus und hatte dadurch einige Plätze verloren. An der Spitze hatten sich die ersten beiden mit 2,2 Sekunden vom übrigen Feld abgesetzt. Da Ian Baas und Robert van den Berg ihre Strafe nicht angetreten hatten, bekamen sie nun die schwarze Flagge gezeigt. ![]() Der Tabellenführer Dirk Werner lag unterdessen auf Rang fünf. An der Spitze hatte Richard Lietz einen kleinen Quersteher und dies konnte sofort Richard Westbrook ausnutzen und ging vorbei. Damit hatte es jetzt einen Führungswechsel gegeben. Überall im Feld sah man Dreher und Ausrutscher. Davon verschont geblieben war auch nicht Robert Lukas. Lance David Arnold hatte nun Christian Menzel vor sich und versuchte diesen zu attackieren. Ein sehr gutes Rennen fuhr Chris Mamerow, denn er hatte sich nun Richard Lietz zurecht gelegt und konnte an diesem vorbeigehen und nahm nun Rang zwei ein. Der Kampf zwischen Christian Menzel und Lance David Arnold hielt rundenlang an. Einmal war der junge UPS-Porsche-Fahrer an dem Tolimit-Fahrer vorbeigegangen, doch wenig später kam der Gegenkonter, der wieder zu Gunsten von Christian Menzel ausging. Nach sieben absolvierten Runden war Lance David Arnold auf Platz dreizehn abgerutscht. Nun wurde Richard Lietz von Joeren Bleekemolen in die Zange genommen. Es dauerte zwar etwas, aber der Niederländer konnte dann den Österreicher niederringen. ![]() An der Spitze führte Richard Westbrook mit einem Vorsprung von 1,5 Sekunden vor Chris Mamerow und Jeroen Bleekemolen. Richard Lietz, der von Startplatz eins aus ins Rennen gegangen war, und nun auf Platz vier lag, bekam jetzt Druck vom Tabellenführer. Diesem konnte er nicht lange stand halten und musste ihn ziehen lassen. Im hinteren Feld war Matthias Weiland etwas auf Abwegen unterwegs. Jeroen Bleekemolen konnte sich nach zehn gefahrenen Runden immer näher an Chris Mamerow heranarbeiten. Zur gleichen Zeit versuchte nun Uwe Alzen sich Richard Lietz zurecht zu legen. Immer wieder stand das Fahrzeug von Richard Lietz quer und so kam es wie es kommen musste, dass dieser von der Strecke flog. Er kam zwar auf diese wieder zurück, doch er hatte seinen fünften Rang an Uwe Alzen verloren. Von alle dem bekam der Führende nichts mit, denn er war mit 2,0 Sekunden auf und davon gefahren. Zwischenzeitlich war Ian Baas schon wieder neben der Strecke gestrandet. ![]() Im Zweikampf mit Christian Menzel versuchte nun Patrik Huisman nach Rang acht zu greifen. Immer wieder zuckte der Niederländer nach rechts und links. Jedes Mal schlug Christian Menzel ihm die Tür vor der Nase zu. Rundenlang lieferten sich diese beiden einen harten aber fairen Zweikampf. In der vierzehnten Runde kam dann der Niederländer mit viel Überschuss von hinten und konnte dann an Christian Menzel vorbeiziehen. Zu dieser Zeit standen nun die ersten Überrundungen an. Nach vierzehn Runden erhielt Menno Kuus von der Rennleitung eine Durchfahrtsstrafe wegen push another car. Um Platz zwei ging es immer noch mächtig zur Sache zwischen Chris Mamerow und Jeroen Bleekemolen. Im Verlauf der 15 Runde konnte Chris Mamerow dem Druck nicht mehr stand halten. Er machte einen Fehler und kam zu weit nach außen und dies nutzte der Niederländer sofort aus und ging vorbei. Wenig später wurde er dann auch noch von Uwe Alzen niedergerungen. Damit hatte Chris Mamerow in einer Runde gleich zwei Plätze verloren. ![]() Der Österreicher Josef Strobl hatte so seine Schwierigkeiten mit dem 911 Porsche, denn er segelte ab ins Kiesbett. Dabei hatte er aber Glück, das er sich wieder befreien konnte. In der Endphase tauschten Lance David Arnold und Dominik Schwager etwas den Lack aus. Hier ging es um die dreizehnte Position. Sieger nach 18 Runden wurde der Amerikaner Richard Westbrook, gefolgt von Jeroen Bleekemolen und Uwe Alzen. Lance David Arnold musste sich am Ende noch Dominik Schwager geschlagen geben und überquerte auf Rang vierzehn den Zielstrich. ![]() In der Meisterschaft führt weiterhin Dirk Werner mit 108 Punkten vor Uwe Alzen mit 81 und Chris Mamerow mit 77 Punkten. Richard Westbrook (Sieger): "Ich war nicht ganz zufrieden, weil ich nicht von der Pole starten konnte. Aber mein Team hat das Auto für das Rennen offensichtlich wirklich perfekt abgestimmt, wobei wir auch etwas riskiert haben. Wir nehmen wichtige Erkenntnisse über die richtige Fahrwerkseinstellung für Regen mit." Uwe Alzen (Platz drei): "Ein hervorragender Abschluss eines anfangs schlechten Wochenendes. Ich hatte nach dem sehr mäßigen Quali ein tolles Rennauto – ab Halbdistanz war ich durchweg der Schnellste im Feld." Chris Mamerow (Platz vier): "Wie ich gestern nach dem Quali schon sagte: Wir verstehen jetzt das Auto und haben den Erfahrungsvorsprung anderer Teams egalisiert. Im Rennen bauten meine Reifen sechs Runden vor Schluss ab. Ich konnte gegen Uwe nichts machen und wollte auch die Punkte für Platz zwei nicht riskieren." Dirk Werner (Platz fünf): "Das war das Beste, was ich aus meinem schlechten Startplatz machen konnte. Beim Start habe ich schon Patrick Huisman und Lance David Arnold überholt. Nach zwei Drittel der Renndistanz musste ich meine Regenreifen schonen." Lance David Arnold (Platz vierzehn): "Das Wochenende begann recht gut und am Samstag konnte ich mit dem fünften Startplatz zeigen, das ich gut dabei bin. Eigentlich war am Sonntag das Wetter was mir liegt, Regen und nasse Strecke. Aber ich hatte große Probleme und konnte das Tempo nicht mitgehen und verlor immer wieder Plätze. Ich war chancenlos. Irgendwie passte die Abstimmung zwischen Reifen und Fahrwerk nicht." ![]()
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